Fleisch vom Discounter und die prekäre Tierhaltung

Nicht jeder bringt dies öffentlich zum Ausdruck. Die Frankfurter Allgemeine hat gestern auf eine Untersuchung von Greenpeace hingewiesen, 9 große Ketten wurden untersucht, Aldi, Lidl, Rewe und Edeka waren unter diesen. Es geht um prekäre Haltungsbedingungen beim Billigfleischangebot der Discounter. Die Angaben auf den Verpackungen zu den Haltungsbedingungen der Stufe eins und zwei drücken enge Stallhaltung aus, was nicht illegal ist aber auch weit von dem entfernt ist, was wir als Tierwohl bezeichnen würden. Ein Großteil des Billigfleisches kommt aus solchen Haltungsbedingungen. In 55 Städten sind heute Protestveranstaltungen geplant. Die Doppelmoral ist, mag sie auch nicht wie Juristen sagen würden, vorsätzlicher Natur sein, weit verbreitet, sei es aus Unwissen oder Bequemlichkeit oder einfach nur aus Geiz.

Nahezu jeder drückt sich positiv für Tierwohl und weniger Leid aus, die neue Schlachtverordnung in der Schweiz ist ein weiterer Ausdruck dessen, da die Hof- und Weidetötung dort seit diesem Jahr zugelassen ist. Auch bei uns in Deutschland ist das Thema angekommen, die Auflagen sind jedoch hoch und zahlreich. Wenn es ans Einkaufen geht, scheinen viele Verbraucher ihre guten Vorsätze und Überzeugungen zu vergessen. Da wird einfach nur billig eingekauft. Dass die Qualität entsprechend fragwürdig ist, will oft kein Konsument hören oder versteht es aufgrund gepflegter Gewohnheiten und mangels Vergleiches einfach nicht. Aufgrund zahlreicher und gut gemachter Werbebeiträge glaubt der Kunde auch gern, was er dort hört und sieht. Hier ist immer noch viel Aufklärung nötig. Es wird noch eine Weile dauern, bis das wirklich in den Köpfen der Verbraucher ankommt. regiowelt kann nur jedem Metzger, der sein Handwerk geflissentlich ausübt, raten, die vielen Vorteile des eigenen Produktes wie beispielsweise Gesundheit, Geschmack, keine Zusätze, Nachhaltigkeit, eigene Produktion, enge Beziehungen zu Landwirten, artgerechte Nutztierhaltung, keine langen Tiertransporte, kein Wasser, welches beim Braten in Mengen austritt usw. den Kunden immer wieder vor Augen zu führen.