Fleisch ist nicht böse

Steak Gericht

Fleisch ist nicht böse. Ebensowenig der Metzger von nebenan. Der Versuch, mit dem Dry January und dem Veganuary Fleisch auf eine Ebene mit Alkohol zu stellen, zeugt von unsäglicher Dummheit oder entsprechender Ignoranz. Das hat man im gerade vergangenen Januar versucht. Seit 2014 gibt es die Organisation Veganuary zum Zweck der öffentlichen Einflussnahme auf den Verbraucher, um einen veganen Januar zu fordern und populär zu machen. Die Discounter haben sich dieses Jahr, wer hätte es gedacht, stark daran beteiligt, sie haben jedoch nur ihr Wohl im Sinn und nicht das des Verbrauchers. Wer anderes behauptet, glaubt auch, das Zitronenfalter Zitronen falten. Sie verkaufen einfach beides, Fleisch und vegane Modeprodukte, wer will es ihnen auch verübeln? Hier das Fleisch und keine 5 Meter weiter die Ersatzprodukte. Wir berichteten bereits in unserem Artikel Ausblicke darüber.

Der Konsum roten Fleisches führt neueren wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge zu keinen signifikant höheren Krankheitserscheinungen als anderes Fleisch. Einmalige Messungen in einem langen Zeitraum lagen in Bereichen von drei bis sieben Prozent bezüglich der Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes oder eines Hirnschlags. Wer anderes behauptet, argumentiert seinen Idealvorstellungen gemäß nur gefühlsbetont. Die Untersuchung ergab eine sehr geringfügige Abweichung, wobei neben der Zubereitungsart und mangelnden Kontrolle über lange Zeit auch die eigene Disposition gar nicht berücksichtigt werden konnte. Wollen wir mal von kleinen Mengen Alkohol, Gelegenheitsrauchen etc. nicht reden, ganz zu schweigen von vielen Fastfoodfreunden, fettem Essen usw. Stellen Sie sich doch in einer größeren Stadt mal 5 Minuten an eine Bushaltestelle oder ähnlichen Platz, wäre doch mal interessant zu sehen, wie hoch da welches Risiko für Ihre Gesundheit genau steigt, wenn Sie die dortige Luft atmen. Der derzeitige Aktionismus gegen Fleischkonsum hat wenig bis gar nichts mit Ihrer Gesundheit zu tun und entspringt ganz anderen Kanälen.

Viele Ernährungsaktivisten oft auch -extremisten, die sprichwörtlich die Keule rausholen und jenseits jeglicher Zurückhaltung Menschen, die NICHT vegan leben auf das übelste beschimpfen und zudem hanebüchene Vergleiche anstellen wie „ihren Hund essen Sie doch auch nicht, oder?“ kann man ob ihres Verhaltens weder respektieren noch akzeptieren.

Sie sind zu radikal, uneinsichtig und kompromisslos. Mit solchen Menschen kann man weder in der Politik noch in der Wirtschaft vernünftig umgehen.

Die Süddeutsche berichtete gerade wieder zum Thema, ob Fleisch krank mache, von Aktivisten, die unbedingt die Veröffentlichung jener Studie durch JAMA (Journal of the American Medical Association) mit aller Vehemenz zu verhindern versuchten und schreibt von mehr als 2000 Mails innerhalb 30 Minuten, die eine größere Gewaltbereitschaft darlegten als die Waffenlobby es tat, wenn es in Artikeln um Gewaltprävention ging. Der Artikel in der Süddeutschen ist insgesamt lesenswert und legt die Studien und Fakten ohne lange herumzureden für jeden verständlich dar.

Menschen informieren sich heute oft nicht richtig, sondern sind ganz schnell auf Gefühlsebene dabei, öffentlich ein Urteil abzugeben, oft ohne einen Funken Ahnung und Sachverstand zum Thema. Wer heutzutage Fleisch isst, stammt weder von Werwölfen ab, noch kann man ihm oder ihr ein empathieloses Wesen oder Verhalten unterstellen. Viele Veganer tun dies übrigens sehr gern.

Man kann Fleisch mögen und trotzdem Haustiere halten, warum sollte es da einen Widerspruch geben? Selbst der Landwirt, der selber schlachtet, hat häufig eine Verbindung zu seinen Tieren. Wir wollen alle etwas für das Klima, unsere Gesundheit und das Tierwohl tun. Deshalb müssen wir nicht alle aufhören, Fleisch zu essen. Bewusst bessere Qualität einfordern und diese auch bezahlen, das wäre ein Schritt um artgerechte Haltung bezahlbar zu machen. Das gilt auch für Milchprodukte wie Butter und ähnliches, auch Joghurt für 29 Cent kann es einfach nicht sein. Auf der Demo für bessere Haltungsbedingungen der Tiere einstehen ist gut und richtig, für das nächste Grillfest Fleisch mit der Kategorie Stallhaltung Kennzeichnung Nr. 1 und billige Molkeprodukte zu kaufen, weil es beim Discounter so schön billig ist, nein, nicht günstig, wir sagen billig, ist verlogen und inkonsequent.