Alles Corona oder was?

Wo beginne ich heute mit meinem Text, wo die Gefahren durch Covid-19 omnipräsent sind und jeder von uns 24/7 damit konfrontiert und in seiner Bewegungsfreiheit wie seit dem 2. WK nicht mehr eingeschränkt wird? Derartige Krisen wie die Gegenwärtige sind so außergewöhnlich, man kann sich darauf nicht vorbereiten, ist aber gezwungen, schnellstens zu reagieren und jede Infektionskette ausfindig zu machen und wie eben derzeit, massiv an die Vernunft der Bürger zu appellieren, die entsprechenden Verhaltensregeln penibel zu beachten.

Die nahezu täglich neu aufgestellten Regeln im Umgang miteinander, die zahlreichen Einschränkungen sowie Verbote und Gebote rufen in jedem von uns unterschiedliche Gefühle, teilweise auch Ängste hervor. Die künstlich hervorgerufene Verschärfung der Lage durch Mitbürger, die unverhältnismäßig große Mengen an Nudeln, WC-Papier und anderen Dingen aus den Geschäften karren, als gäbe es kein Morgen mehr, ist jedoch mehr als unnötige Panikmache. Das ist nicht nur falsch, sondern auch egoistisch und kurzsichtig und zeigt mal wieder, dass der Mensch doch nur ein partielles Vernunftwesen darstellt wie auch Kant einsehen musste. Solches Verhalten ist absolut unnötig. Wer Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken aus Krankenhäusern stielt, ist ein Dieb und nichts anderes. Wer nicht erkennt, dass wir alle in ein und demselben Boot sitzen, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und googelt sicher auch weiterhin nach Corona beer virus.

Aber Polemik beiseite, die notwendigen und drastischen Maßnahmen, die täglich kommuniziert werden, müssen unbedingt streng eingehalten werden, um die Krankenhäuser nicht zu überlasten und die Ausbreitung so stark wie möglich zu verlangsamen. Das sollte mittlerweile wirklich jeder verstanden haben, der sich über die zahlreichen Nachrichtenkanäle informiert. Das jeder unserer Partner, besonders jene, die mit Catering und Partyservice nicht unerhebliche Umsätze generieren, nun besorgte Minen zeigt, ist verständlich. Versprochene Staatshilfen von Bund und Land mögen ein Trost und sicher notwendig sein. Steuerstundungen und ähnlich angedachte Konzepte können ebenfalls für etwas Luft sorgen. Selbstverständlich wünschen wir allen Metzgereien, allen Partnerbetrieben und Freunden eine glückliche Hand und Kraft bei der Bewältigung dieser Krise, deren Ende zum heutigen Tage noch nicht absehbar ist. Wie wir heute hörten, läuft der Thekenverkauf bei unseren regiowelt-Metzgern tatsächlich gut. Niemand hat jedoch das Patentrezept und kein Mensch kann bisher sagen, ob sich die Lage in Wochen oder gar Monaten erst entspannen wird. Ein Frühling mit mehreren Wochen Quarantäne und weiteren drastischen Einschnitten in unseren Alltag scheint derweil unausweichlich. Daher auch ein Appell an alle, zwar vorsichtig zu sein aber auch nie seine Menschlichkeit zu verlieren und die Aufmerksamkeit besonders auf die Menschen zu richten, die der Hilfe mehr bedürfen als andere, denn mit Fortdauer der Situation werden wir den psychischen Druck alle mehr und mehr deutlich zu spüren bekommen. Wir brauchen keine Stigmatisierungen von Betroffenen, keine klugen Sprüche desinformierter Halbgebildeter und keine Verschwörungstheoretiker, aber wir brauchen Menschen, die zusammenstehen, sich gegenseitig helfen und solidarisch und sozial verhalten und gelernt haben, auch im Alltag nicht immer an erster Stelle zu kommen. Wenn es diese Menschen nicht mehr gäbe, warum sollte man versuchen, sie zu retten?

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